Infoveranstaltung zu den Gegenaktivitäten des »Antikriegstag« am 02. und 03. September in Dortmund

folgender Veranstaltungshinweis hat uns soeben per Mail erreicht:

30. Aug. 2011 · 19.00 | »Informationsveranstaltung gegen den Naziaufmarsch am 03. Sep. in Dortmund«
*Bollwerk 107, Homberger Str. 107, 47441 Moers

Seit 2005 mobilisieren die Dortmunder Neonazis jährlich zum sogenannten »Nationalen Antikriegstag« in die Ruhrmetropole, so auch für den 03. September 2011. Der Dortmunder Aufmarsch hat sich zu einem der wichtigsten Events der Neonazi-Szene entwickelt. Hinter der extrem rechten »Antikriegsrethorik« verbirgt sich ein völkisches, antisemitisches, rassistisches und eindeutig den Nationalsozialismus verherrlichendes Weltbild. Nicht umsonst heißt die Parole der Neonazis: »Nie wieder Krieg nach unserem Sieg«.
In den letzten beiden Jahren konnten die Neonazis ihren Aufmarsch nicht wie geplant durchführen, da ihnen von der Polizei lediglich eine stationäre Kundgebung genehmigt wurde. Doch in diesem Jahr ist davon auszugehen, dass die Neonazis wieder marschieren dürfen.

Im Rahmen der Veranstaltung wird ein Referent des Alerta! Bündnisses über die Neonazis-Szene in Dortmund, den Aufmarsch im September und die geplanten antifaschistischen Gegenaktivitäten informieren.

 

Aufruf des Alerta! Bündnisses, einem Zusammenschluss des Dortmunder Antifa-Bündnisses und weiteren antifaschistischen Gruppen aus NRW, unter dem Motto: »Den Naziaufmarsch am 03.09. in Dortmund sabotieren, blockieren, verhindern!«

Vortrag von Alex Feuerherdt, 8. Juni 2011

Alex Feuerherdt: Die Agenda der Israelkritiker

wichtige Info!

Leider muss die Veranstaltung zum Thema »Sexismus« am Mittwoch, den 06.07. ausfallen, da die Referentin erkrankt ist. Die Veranstaltung wird um eine Woche verschoben.

Ersatztermin ist also der

13. Jul. 2011 · 19.00 | »Sexismus«

Die Veranstaltung findet wie gewohnt im Bollwerk 107, Homberger Str. 107, 47441 Moers statt.

Veranstaltungsreihe #2

»Grundlagen der Gesellschaftskritik – part two«

Moers · Mai·Juni·Juli · 2011

11. Mai 2011 · 19.00 | »Antiamerikanismus«

08. Jun. 2011 · 19.00 | »Die Agenda der ‚Israelkritiker‘«

06. Jul. 2011 · 19.00 | »Sexismus«

*alle Veranstaltungen finden statt im
Bollwerk 107
Homberger Str. 107, 47441 Moers

11. Mai 2011 · 19.00 | »Antiamerikanismus«

»An enemy of the people? – Der Hass auf die USA und seine deutschen Protagonisten

Wenn die ehemals unter dem Label ‚Nationaler Widerstand Dortmund‘ agierenden Neonazis für den 4.9.2010 zum wiederholten Male ihren ‚nationalen Antikriegstag‘ abhalten, geht es ihnen vor allem um zwei Dinge: Man möchte sich ‚gegen Krieg und Kapitalismus‘ positionieren, zwei Phänomene, die auch von Linken als abschaffenswert betrachtet werden. Betrachtet man den Aufruf der Organisatorinnen des ‚nationalen Spektakels‘ allerdings genauer, so fällt schnell auf, dass die Identifikation derer, die für derlei Phänomene verantwortlich sind, für die neuen Nazis schnell ausgemacht ist: Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika, ganz ohne Zweifel der geopolitische Player des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts schlechthin, nicht ein einziges Mal namentlich genannt werden, scheinen sie das Hauptziel der nur vordergründig friedliebenden Nazis zu sein.

Der von den westlichen Staaten und damit letztlich unter Federführung der USA ausgehende ‚Geist des Liberalismus‘ sei es, der danach trachte, die ‚Völker abzuerkennen‘ und der ‚Krieg in Afghanistan und bald auch im Iran‘ führe. Man versteigt sich sogar – in kaum mehr zu übersehender Leugnung der historischen Realität – zu der Behauptung, die westlichen Alliierten seien aus ‚wirtschaftsimperialistischen Gründen‘ in den Krieg gegen das dritte Reich gezogen, ganz so, als habe nicht umgekehrt Deutschland den USA im Dezember 1941 den Krieg erklärt. Während die offen revisionistischen Tendenzen des Aufrufs – etwa das vehemente Bestreiten deutscher Kriegsverbrechen oder aber die im antiimperialistischen Gestus und mit Begrifflichkeiten wie ‚Verwertungsmaschine‘ daherkommende Argumentation gegen ‚den Liberalismus‘ – in der Mehrheitsgesellschaft in einer derartigen Ausformulierung nur wenig Konsenspotenzial besitzen dürften, ist der von den Nazis proklamierte Hass auf die USA schon eher in Kongruenz mit den Ansichten einer relevanten Bevölkerungsmehrheit zu bringen, wenn sich auch konstatieren lässt, dass die antiamerikanischen Standpunkte nicht immer aus denselben Pseudo-Einsichten und Meinungen entstehen.

Nicht der erste deutsche Angriffskrieg nach 1945 nämlich war es, der zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung 1990 wieder für bundesweite Massenproteste sorgte, sondern der Beginn des dritten Golfkriegs. Und kein Politiker durfte sich des Hasses einer grossen Mehrheit der Deutschen so sicher sein wie George W. Bush, der sich von Vertreterinnen beinahe jedes politischen Spektrums die abstrusesten Vorwürfe anhören durfte, die bis zum direkten Vergleich zwischen ihm und Adolf Hitler reichten. Die USA sind ihren Feinden alles Schlechte in einem: Sie verbreiten weltweit ihre ’schreckliche Kultur‘ und all die dazugehörigen Erzeugnisse, während die US Army als militärische Speerspitze des vermeintlich omnipräsenten US-Imperialismus ein autochthones Volk nach dem nächsten unterjocht, immer angetrieben von einer mächtigen, im Hintergrund agierenden Finanz- und Industrielobby, der es nur um die Mehrung ihres Profits geht, ganz so, als seien die Vereinigten Staaten das einzige Land auf der Welt, in dem der Kapitalismus die Mechanismen des Marktes und damit auch das Verhalten der Teilnehmerinnen an selbigem bestimme.

Im Vortrag soll gezeigt werden, in welchem zum Teil absurd anmutenden Formen der Antiamerikanismus in Deutschland zu Tage tritt und bereits getreten ist. Dabei wird vor allem auch der Frage nachgegangen, inwiefern sich Ueberschneidungen in den unterschiedlichen Argumentationsmustern, je nach politischem Standort der ihn Äußernden, feststellen lassen. In Zeiten, in denen Michael Moores Bücher zu Bestsellern mutieren und ein erschreckend hoher Prozentsatz der Menschen überzeugt davon ist, dass am 11. September die CIA zumindest ihre Finger mit im Spiel hatte, ist der Antiamerikanismus zu einem der wenigen ideologischen Versatzstücke geworden, das die meisten Deutschen noch miteinander teilen.«

08. Jun. 2011 · 19.00 | »Die Agenda der ‚Israelkritiker«

»Die Agenda der Israelkritiker – Vortrag und Diskussion mit Alex Feuerherdt (Bonn)

Im Auftrag der Uno erarbeitet und veröffentlicht eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Juristen Richard Goldstone einen Bericht, der eine fast 600 Seiten dicke, vehemente Anklageschrift gegen Israel ist und die terroristische Hamas im Wortsinn aus der Schusslinie nimmt. Die populäre Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezichtigt den jüdischen Staat in einer umfangreichen Broschüre wahrheitswidrig, den Palästinensern das Wasser zu stehlen und sie dadurch an den Rand des Verdurstens zu bringen. Nahezu alle westlichen Politiker betrachten nicht die Hamas und die Fatah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als ‚Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten‘ und sind hellauf empört, wenn ihnen die Frage gestellt wird, warum Juden in einem prospektiven palästinensischen Staat eigentlich nicht leben dürfen sollen.

Wie kommt es, dass Israel immer wieder dämonisiert und ihm de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen? Warum wird diesen Feinden so viel Verständnis gezollt oder gar Sympathie entgegen gebracht? Weshalb ist die so genannte Israelkritik vor allem hierzulande so ungeheuer beliebt, was treibt sie an, und wie erklärt es sich, dass insbesondere jüdische ‚Israelkritiker‘ wie Avraham Burg eine so überaus breite Resonanz erfahren?«

Alex Feuerherdt*

*Alex Feuerherdt ist freier Autor und lebt in Bonn. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, Konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World.«

06. Jul. 2011 · 19.00 | »Sexismus«

»Sexismus beschreibt die Diskriminierung und Unterdrückung von Menschen aufgrund ihrer Geschlechterzugehörigkeit. Alles was damit zusammenhängt, Geschlechtlichkeit und sexuelle Ausrichtung, ist von Geschichte und Sozialisation geprägt. Wie in der gesamten Gesellschaft ist dieser Bereich auch von Herrschaftsverhältnissen bestimmt, die zwar veränderbar, aber in einigen ihrer Grundzüge beständig sind. Dazu gehören die Heterosexualität als gesellschaftliche Norm und die Einteilung in die zwei angeblich biologisch eindeutigen Geschlechter, aufgrund welcher Menschen unterschiedlich privilegierte Orte in der Gesellschaft zugesprochen bekommen. Zwar wurde schon einiges erreicht, doch Geschlechterrollen und –zuschreibungen spielen im alltäglichen Leben eine zu große Rolle. Das alles macht es notwendig, sich mit Sexismus auseinanderzusetzen. Der Vortrag möchte daher eine Einführung in die verschiedenen Erklärungs- und Denkmuster, die sich mit dem Begriff ‚Sexismus‘ und seiner historischen Entstehung beschäftigen, geben. Hierbei werden die verschiedenen Ansätze des (hist.) Marxismus, Differenzfeminismus, Biologismus und der neueren Genderbewegung angerissen.«

Veranstaltungsreihe #1

»Grundlagen der Gesellschaftskritik«

Moers · Januar·Februar·März · 2011

26. Jan. 2011 · 19.00 | »Kleine Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie«

23. Feb. 2011 · 19.00 | »Zur historischen Entwicklung des Nationalismus in Deutschland«

23. Mär. 2011 · 19.00 | »Rassismus & Antisemtismus«

*alle Veranstaltungen finden statt im
Bollwerk 107
Homberger Str. 107, 47441 Moers

26. Jan. 2011 · 19.00 | »Kleine Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie«

»‘Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.‘ schrieb Bertolt Brecht im ‚Lob des Kommunismus‘ über eben diesen. Während das Urteil des Dramatikers über die Vernünftigkeit so klar ist wie die Botschaft in seinen Stücken, ist es mit dem leicht verständlich so eine Sache. Nicht ohne Grund streiten Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Marx-Lesarten darüber, was denn nun der ‚richtige‘ Marx ist. Die Marx-Rezeption außerhalb der Linken ist da zwar deutlich eindeutiger, reduziert ihn aber in der Regel auf das in jungen Jahren geschriebene ‚Manifest‘. Das ist zwar einfach, aber nicht mehr vernünftig.
Der Vortrag soll hier Abhilfe schaffen. Verständlich und ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen gibt’s einen Überblick über die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie und eine Erklärung der wichtigsten Kategorien. Ebenso wird der Frage nachgegangen, was es mit dem Kapital- und Warenfetisch auf sich hat und wie der Mehrwert in das G – W – G kommt.«

23. Feb. 2011 · 19.00 | »Zur historischen Entwicklung des Nationalismus in Deutschland«

»Bereits anlässlich seiner Rede zur Feier der ‚Kulturnation Deutschland‘ am 03. Oktober 2008 präsentierte Bundespräsident Köhler seinen Vorschlag zur Krisenbewältigung: Es gebe ‚eine wichtige Quelle für Orientierung und Kraft, die wir noch nicht recht erschlossen haben: Das ist die Überzeugung, als Nation mehr zu sein als eine Wohngemeinschaft und ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, die Überzeugung, als Nation und als Staat eine Aufgabe zu haben, die über das Hier und Jetzt hinausweist, die groß ist und anstrengend, aber gut und erreichbar […] Die Menschen in Deutschland zeigen mit gemeinsamem Engagement, dass sie unsere Kulturnation lebendig halten und liebenswert. Kümmern wir uns alle um unsere Heimat.‘
Eine kritische Position zu Nation und Nationalismus stellt demgegenüber zum einen die Unterordnung der Bedürfnisse des Einzelnen unter die vermeintliche Schicksalsgemeinschaft Nation und die Bedeutung des Nationalstaats für die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung heraus. Zum anderen verweist sie darauf, welch mörderische Konsequenz es für all diejenigen, die nicht zur Nation gehören sollten, haben konnte, wenn gerade die Deutschen mit gemeinsamem Engagement versuchten, sich ‚um ihre Heimat zu kümmern‘.
Aus historischer Perspektive soll dieser Vortrag den kritischen Blick auf Nation und Nationalismus fundieren. Zum einen geht es um eine ausführliche Einführung in zentra­le Begriffsbestimmungen und Theorieansätze der Nationalismusforschung. Die als quasi-​natürlich erscheinende Nation gilt es als gesellschaftlich konstruiertes und den­noch wirkungsmächtiges Phänomen zu begreifen. Zum anderen soll die historische Entwicklung der „Kulturnation Deutschland“ veranschaulicht werden. Der hierbei ge­spannte Bogen reicht von der intellektuellen Begründung der Idee der Nation im späten 18 Jahrhundert bis zu ihrer Durchsetzung als zentraler Legitimationsinstanz in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Schließlich soll auch die Frage der Bedeutung des Nationalismus für den Aufstieg der Nationalsozialismus und für die NS-‘Volksgemein­schaft‘ thematisiert werden.«

Henning Borggräfe*

23. Mär. 2011 · 19.00 | »Rassismus & Antisemtismus«

»Rassismus und Antisemitismus waren und sind nicht nur grundlegende Bestandteile der Ideologie alter und neuer Nazis, sondern auch permanent in der so genannten Mitte unserer Gesellschaft präsent. Und das sowohl unter der “einfachen Bevölkerung” als auch unter Vordenkern und Intellektuellen. Welche Formen und Funktionen haben aber rassistische und antisemitische Ideologien in einer Gesellschaft, die für sich in Anspruch nimmt, eine (abstrakte) Gleichbehandlung aller Menschen zu schaffen?
Der Vortrag soll eine Einführung in das Thema Rassismus und Antisemitismus bieten. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Merkmale charakteristisch für eine rassistische Ideologie sind und in welcher Form sich rassistische Denkstrukturen äußern. Außerdem soll untersucht werden, ob und inwiefern es sich beim Antisemitismus um eine rassistische Ideologie handelt und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede Rassismus und Antisemitismus aufweisen.«

antifa essen z*